top of page
Stein-6.jpg

Aktuelles, Ankündigungen und Veranstaltungen

  • 6. Aug.

"Dyks Bank befand sich auf einem fast dorfähnlichen Platz, der auf der einen Seite von einer mehr oder wenigen barocken Kirche, auf der anderen von ehemaligen Stallungen begrenzt wurde ...

Ein Tattergreis humpelte Richtung Bank, mit einer Pullmankappe auf dem Kopf - was auch schon selten geworden war - und einer Plastiktasche in der Hand.

"Schönes Wetter heute, was?", rief der Tattergreis mit der Pullmankappe. "Wie geht's?"

Dyks Miene verfinsterte sich. Wenn das so weiter ging, würde sich seine Lieblingbank bald in ein Altenhospiz im Freien verwandeln.

Die Pullmankappe ließ sich neben die Prchazka fallen, die näher zu Dyk rückte, der unauffällig wegrutschte.

Ein richtiger prähistorischer Platz, sagte er voll Groll zu sich.... "



AD ACTA von Patrik Ourednik ist bestimmt kein Prag-Krimi, obwohl es auf Anhieb wie ein Thriller oder zumindest wie die Parodie eines Thrillers erscheinen kann. Ein Unfall, der zu einem Selbstmord führt, eine Vergewaltigung, zwei versuchte Brandanschläge in einem Pensionistenklub, ein Einbruch, bei dem eine Schuhschachtel entwendet wird, ein wahrscheinlich versehentlich begangener Mord in einer Bar, die Untaten einer mysterisen Bande von "werbefeindlichen Saboteuren" und zu allem Überfluss ein mehr als vierzig Jahre zurückliegender, nicht aufgeklärter Mord, der sich in der Nähe des Bärenfelsens ereignet hat ....und doch ist es bestenfalls ein "existentieller" oder "metaphysischer Kriminalroman (wie im Nachwort fachkundig ausgeführt )


KI-generiert
KI-generiert


Das Schachspiel spielt eine große Rolle bei AD ACTA. Schon das erste Kapitel besteht ausschließlich aus einer Rekonstruktion von Schachzügen (wie man im Nachwort erfährt, der Breitner-Paul Variante des Königsgambits) und auch in den Gesprächen zwischen den beiden Hauptprotagonisten ist Schach ein wichtiges Thema (obwohl beide behaupten, es kaum spielen zu können...)

Oder ist der Text vielleicht eine Schachpartie zwischen dem Autor und dem Leser?


Dazu passend das Gemälde von Honoré Daumier (von der Ausstellung in der Albertina)




bottom of page