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REZENSION "WANTED"

  • millischermargret
  • 28. Dez. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Was sich anfangs wie eine dystopische Satire liest, erweist sich durch die laufenden Ereignisse immer mehr als schonungslose Darstellung der Gegenwart, einer Welt im Umbruch. Einer Welt, in der alle zivilisatorischen Errungenschaften über Bord gehen, in der Hinrichtungen schon länger ohne „due process of law“ stattfinden. Keine Verfassung hat noch Gewicht, der westliche Wertekanon dient nur noch der Durchsetzung der eigenen Machtansprüche und der Rechtfertigung feindseliger Handlungen. Die Masken der Macht fallen, weil man sich lange daran gewöhnt hat, in deren Fratze zu blicken.  Die utilitaristische Ethik, die ohne Wenn und Aber das Handeln der großen Player dieser Welt bestimmt wird nicht nur ungeschminkt ausgesprochen, sondern findet ihren Weg in den Nobelpreis, der nun für die Finanzierung eines Mordes „mit positiven Effekten“ verliehen wird. Die Führer der Vasallen vergessen ihren „Wertekanon“ und versammeln sich zur Verleihung, bei der sie eine (böse?) Überraschung erleben...

Claudel ist die Beschreibung des aufkommenden totalitären Kapitalismus in erschreckenden Dialogen perfekt gelungen. (Paul P.)


ree

 
 
 

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